1991 - 1992
Um dem Leser tiefere Einblicke in die Reisen des Kammerorchesters zu vermitteln, wird im Folgenden eine exemplarische Auswahl von Anekdoten, Geschichten und Bildern präsentiert.
Anlässlich des Festivals in Braunschweig 1991 wurden 2 Konzerte mit der Trompetenlegende Maurice André im Dom zu Magdeburg veranstaltet. Aufgrund des großen Erfolges wurde ein drittes Konzert mit Opernarien vom Publikum gewünscht, das auch live im DDR-Rundfunk übertragen wurde. Das Problem dabei war, dass die ausgegebenen Partituren erst 2 Stunden vor Konzertbeginn eintrafen und zudem kaum lesbar waren. So musste das Orchester improvisieren, was aufgrund der Professionalität der Künstler auch bestens gelang.
Unter der Leitung von Uros Lajovic und mit der Violinvirtuosin Nana Jaschwili hatte das Kammerorchester Arpeggione die große Ehre, 1992 im großen Saal der Philharmonie St. Petersburg zu gastieren. Der damalige Hohenemser Bürgermeister Herbert Amann sowie der Industrielle Wilhelm Otten begleiteten das Orchester auf dieser Reise. Die Vibration die die Künstler erfüllte, in diesem Saal spielen zu dürfen, in dem alle großen Virtuosen auftraten, wird immer in Erinnerung bleiben. Die dortige Akustik ist nur vergleichbar mit jener im Concertgebouw Amsterdam, wo Arpeggione bis dato dreimal gastierte.
1999 - 2000
Alexander Rudin hat das Kammerorchester viele Jahre als Chefdirigent, Cellist und „Spiritus Rector“ begleitet. Allerdings war und ist es sehr kompliziert, sein berühmtes Montagnana-Cello aus Russland auszuführen. Deshalb spielte Alexander Rudin bei einem seiner Konzerte mit Arpeggione mit einem Cello, das einer Musikschülerin gehörte. Die Kritiken lobten jedoch den „göttlichen Klang des Montagnana-Cellos“.
In einer schwierigen politischen Sitution ist Musik die beste Botschafterin eines Landes. 1999 gastierte Arpeggione in Israel, während in Österreich jene Nationalratswahl stattfand, bei der Jörg Haider der große Gewinner war. Israel zog seinen Botschafter aus Österreich ab und es kam zu einer bilateralen Krise. Trotzdem gelang es Arpeggione, in Israel als Kulturbotschafter aufzutreten. Zu den geplanten Konzerten in Tel Aviv und Jerusalem kam ein weiteres hinzu. Der österreichische Botschafter in Tel Aviv lud das Orchester am österreichischen Nationalfeiertag zu einem Konzert in der Botschaft ein, an dem alle Botschafter, die in Israel arbeiten, teilnahmen. Musik ist grenzenlos!
Arpeggione spielte in Amsterdam in den Jahren 2000, 2003 und 2006. Unter der Leitung von Lev Markiz war im Jahre 2000 die weltberühmte Cellistin Natalia Gutman die gefeierte Solistin.
„..Hohenems hat ein ausgezeichnetes Orchester...“ (Nederlandse Telegraaf)
2005 - 2007
Im Jahre 2003 konnte für das Konzert mit dem Dirigenten und Cellisten Alexander Rudin die Violinistin Janina Jansen, mehrmalige Echopreisträgerin, gewonnen werden. 2006 dirigierte wiederum Lev Markiz mit der Violasolistin Isabelle van Keulen.
2005 und 2007 veranstaltete das Kammerorchester Arpeggione je 36 Konzerte in USA, Brasilien, Argentinien, Haiti und Panama. Im unten gezeigten Bild gastiert das Orchester in Miami vor 4000 Besuchern mit dem Florida-Nationalchor unter der Leitung von James Brooks Brucese. Glücklicherweise konnte das Orchester eine halbe Stunde bevor der Wirbelsturm Cathrina das Land heimsuchte, die Stadt verlassen. Arpeggione war das erste Kammerorchester seit 55 Jahren, welches in Haiti mit großem Erfolg gastierte.
Als besonderes Zeichen spendeten die Musiker den einheimischen Familien 2000 Setzlinge, die sie auch selbst einpflanzten.
2007 - 2009
Zeitreise ins Jahr 2007 - 2009
Bis jetzt hatte Arpeggione zweimal das Vergnügen, im Verdisaal in Mailand zu gastieren: 2007 und 2009. Beim ersten Konzert mit dem Starpianisten Konstantin Lifschitz dirigierte Saulius Sondeckis . Beim Konzert 2009 war nach der Tournee in Hohenems, Feldkirch und Pfäfers geplant, das Konzert mit dem Dirigenten Vladimir Ashkenazy aufzuführen. Unmittelbar vor dem Konzert musste er krankheitsbedingt absagen. Daraufhin entschloss sich das Orchester, ohne Dirigenten zu spielen. Das Publikum war begeistert und spendete „standing ovations“.
Weiters konnten zahlreiche, sehr erfolgreiche Auftritte in der Schweiz realisiert werden, z.B. im Kasino Basel oder in der Tonhalle Zürich mit dem Dirigenten und Pianisten Werner Bärtschi, wo auch eine Rundfunkaufnahme live mit dem Schweizer Sender DRS gemacht wurde.