"Ein Orchester feiert sich"
Ein Orchester, das imstande ist, ein Drittel des Programms perfekt ohne Dirigenten zu spielen, kann man nur beglückwünschen. Die Musiker von "Arpeggione" exerzierten dieses kleine Kunststück beim Jubiläumskonzert zum 20-jährigen Bestehen am Samstag in der Pfarrkirche St. Karl, zeigten sich aber auch sonst in blendender Verfassung und machten damit den Besuchern und sich selbst wohl das schönste Geschenk. Der Zufall wollte es, dass auch Irakli Gogibedaschwili eben an diesem Tag seinen Geburtstag feierte. Der "Arpeggione"-Gründer ist bis heute unermüdlich auch dessen kündtlerischer Leiter und die "Seele" des Unternehmens geblieben, namens des Publikums gratulierte der neue Vorstand Kurt Weiss. Gogibedaschwili kann stolz sein auf das Erreichte. Man hatte wirklich das Gefühl, dass hier eine verschworene Truppe exzellenter Musiker zusammengehört, die immer größere Aufgaben bewältigt hat und daran gewachsen ist. Mit seiner Routine und Vielseitigkeit glänzte das Orchester auch diesmal unter dem langjährigen Chefdirigenten Alexander Rudin.
Sozusagen als vokale Gratulanten hatte man für einen kurzen Teil mit geistlicher Chormusik den stimmkräftigen Bregenzer Kammerchor in der Einstudierung von Hubert Herburger aufgeboten....
...Die georgische Geigerin Liana Issakadse erwies sich als überragende Gestalterin von Bachs Violinkonzert E-Dur, überraschte mit energischem Zugriff und blühendem Ton und fand noch Zeit, dem Orchester Einsätze zu geben...
...Dass an diesem Abend auch noch ein ganz wunderbarer Mozartklang zustande kam, der sich in der nicht unproblematischen Kirchenakkustik voluminös entwickelte, war sozusagen die Geburtsüberraschung...
Vorarlberger Nachrichten, 18.10.2010
"Ein Einspringer hat abgeräumt"
...Überzeugender als der Russe Sergej Krylov hätte auch Chang Bruchs Violinkonzert nicht spielen können. Dazu brillierte auch Christof Eberle, Ex-Chef des Symphonieorchesters Vorarlberg, am Pult...
Vorarlberger Nachrichten, 05.07.2010
"Liebeslieder" und Überraschungen
...Galina Vracheva, die in der Schweiz lebende Bulgarin erregt weltweit Aufsehen durch ihre seltene Gabe der Improvisation. Das Publikum im Rittersaal des Palastes Hohenems wurde Zeuge dieses Talents durch ihre Ad-hoc-Improvisation der Kadenzen bei Mozarts Klavierkonzert KV 415. Dazu konnte es sich erfreuen am höchst energiegeladenen Spiel der blondmähnigen Dame, die anschliessend mit Zugaben nicht geizte.
...Einen echten Höhepunkt lieferten fünf MusikerInnen des Orchesters mit der Ungarischen Rhapsodie Nr. 2.
Neue, 27.04.2010
"Ein glänzendes Jubiläum"
...Das Jubiläumskonzert im ausverkauften Rittersaal des Emser Palastes hatte seinen besonderen Glanz durch strahlende Trompetenklänge des jugendlichen Meisters Gábor Boldoczki, des wohl genialsten klassischen Trompeters unserer Gegenwart mit Weltkarriere...Die "Arpeggione"-Musici spielten mit dem prominenten Gast auf ihrem gewohnt souveränen Niveau und schenkten somit einen großartigen Kunstgenuss mit barocker Musik zum Jubiläum....
Vorarlberger Nachrichten, 25.03.2010